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Walter Hahn feiert seinen 80. Geburtstag, wir gratulieren...

Veröffentlicht am 28.11.2017

Am 20. November feierte Walter Hahn (Ehrenmitglied im Sportverein und in der Schützengesellschaft Altenschönbach) seinen 80. Geburtstag. Hinter ihm liegen über 50 Jahre Berufsleben, die er als "unser Lehrer" und nimmer müder Sportler, Schulamtsdirektor, stellvertr. Landrat und später als Bürgermeister von Wiesentheid absolviert hat. 

Deshalb: Ehre, wem Ehre gebührt: Eine große Schar an Gratulanten nutzte am Montagvormittag die Gelegenheit, Walter Hahn zu seinem 80. Geburtstag zu gratulieren. Zu Ehren seines Altbürgermeisters und Ehrenbürgers hatte der Markt Wiesentheid einen Empfang ausgerichtet, zu dem viele frühere Weggefährten und aktuelle Amtsträger aus Hahns Betätigungsfeldern – der Kommunalpolitik und der Schule – gekommen waren.

 

Text u. Bild: Andreas Stöckinger, InFranken

„Ihr bewegtes Leben ist in Personen anwesend“, stellte Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier bei der Begrüßung fest. Die vielleicht weiteste Anreise hatte der Bürgermeister von Hagenbach in der Pfalz, Franz-Xaver Scherrer, extra gemacht. Die Pfälzer sind seit 2008 auch offiziell mit Wiesentheid befreundet, was Walter Hahn damals als Bürgermeister mit initiierte.

Zunächst trug sein Nachfolger Knaier die Daten aus dem Lebenslauf Hahns vor und hob dessen Verdienste hervor. Landrätin Tamara Bischof zählte einige „besondere Spuren“ auf, die Walter Hahn im politischen, wie auch im schulischen Bereich im Landkreis hinterlassen habe. „Phänomenale 48 Jahre“, so Bischof, habe Hahn im Kreistag seine Meinung mit eingebracht. Nicht nur in den 18 Jahren als stellvertretender Landrat habe er die Politik im Kreis maßgeblich beeinflusst.

Bischof hob den Jubilar als „Strategen und politischen Vordenker“ hervor, der stets ein Ohr für seine Mitmenschen habe. Er habe viele Menschen für die Politik und die Freien Wähler motiviert und viele Projekte mit angeschoben. Außerdem sei die erfolgreiche Entwicklung Wiesentheids maßgeblich mit Hahns Namen verbunden, zollte Bischof ihm „großen Respekt.“

Sein Leben ist ruhiger geworden. Nun bestimmen nicht mehr Termine den Alltag, sondern er selbst. Das hat Hahn zu schätzen gelernt. Kürzlich habe er einen alten Terminkalender gefunden. Heute kaum vorstellbar für ihn, wie das zu bewerkstelligen war. Pflichtbewusst sei er eben gewesen: „Ich wollte den Erwartungen entsprechen.“ Bis zum 70. Lebensjahr war er voll dabei. Den Terminkalender braucht er nun nicht mehr. Das genießt er. „Ich kann jetzt über meine Zeit verfügen“, sagt Hahn. Zum Entspannen reiche ihm der Blick aus dem Wohnzimmerfenster auf eine Obstwiese mit vielen Bäumen und Tieren.

Natürlich verfolgt Hahn die Politik nach wie vor, aus der Ferne, aus der Zeitung. Bei den Treffen seiner Freien Wähler ist er gerne und sagt, was er denkt. Mit seinem Bürgermeister-Nachfolger in Wiesentheid komme er gut aus, auch wenn ihm manches vielleicht störe, oder wundere. Aber aktiv einmischen, nein danke.

Dass er ruhiger geworden sei, stellt auch seine Frau Dorothea fest. Mit der ist er seit 56 Jahren verheiratet. „Du ärgerst dich mal, aber nicht mehr so richtig“, hakt sie ins Gespräch ein. Kurz nach dem Ruhestand habe er einen Schlussstrich gezogen. Manche Themen beschäftigen ihn aber nach wie vor. Er war bei vielen Vereinen Mitglied und ist es, er war passionierte Sportler auch beim TSV Wiesentheid und er sorgt sich um die Zukunft der Vereine, wo sich kaum mehr Vorstände und Übungsleiter fänden. Die Kommune und der Staat müssten da stärker helfen, wünscht er sich.

„Sport ist das A und O, das sagt jeder Doktor. Auch ein 80-Jähriger braucht Sport“, so Hahn. Dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit seinem Fahrrad unterwegs sein kann, stört ihn. Dafür setzt er sich auf den Heimtrainer. Den Sport mochte Hahn von Klein auf. Ob Fußball oder Leichtathletik, das förderte er auch in den Orten, in denen er als Lehrer wirkte. Heute schaut Walter Hahn am liebsten Fußball im Fernsehen. Nur wenn der Ball rollt, ist ihm der Fernseher wichtig. 

Geprägt haben ihn die Kriegs- und Nachkriegsjahre, wo er keineswegs immer rosigen Zeiten als Sohn einer Landwirtsfamilie auf dem Dorf erlebte. Dennoch war es eine unbeschwerte Kindheit, an die Walter Hahn häufig zurück denkt.

Ein Lehrer am damals frisch gegründeten Wiesentheider Gymnasium motivierte ihn zusammen mit zwei Gleichaltrigen aus Brünnau, es doch am Gymnasium zu versuchen. Also setzte sich Hahn jeden Tag bei Wind und Wetter aufs Fahrrad, um in die Schule zu strampeln. „Ich hatte die Energie und den Willen." Das führte zunächst zum Abitur, später zum Studium als Lehrer für landwirtschaftliche Berufsschulen in München. Dann machte er eine Zusatzausbildung fürs Lehramt. 1960 begann er in der Dorfschule in Altenschönbach, 1970 wurde er nach Wiesentheid versetzt, wo er Rektor wurde, später Schulrat. „Als Lehrer muss man eine außergewöhnliche Begabung haben, um mit Kindern umzugehen“, sagt er heute.

Der Mensch habe für ihn immer im Mittelpunkt gestanden. Die meisten seiner vielen früheren Schüler kennt er heute noch. 1990 stieg er um und ließ sich zum Wiesentheider Bürgermeister wählen. Der wurde für seine Engagement häufig ausgezeichnet. Er ist Altbürgermeister und Ehrenbürger von Wiesentheid, Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenvorsitzender der Freien Wähler im Kreis Kitzingen. Seit 1961 ist er mit seiner Frau Dorothea verheiratet, zwei Kinder und eine Enkelin gehören zur Familie.

Text u. Bild: Andreas Stöckinger, InFranken