Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Unsere 

Feldgeschworenen

die "Siebener"

9. DVAG Cup 

für Fußball-Jugendmannschaften

2. - 3.06.2018

Stadtpokal 

am 08.07.2018

in Altenschönbach

Dorffest

 

und vieles mehr...

Schafkopfrennen

am 29.12.2018

Die Feldgeschworenen oder "Siebener" von Altenschönbach

Veröffentlicht am 13.12.2013

 

1772 erster Eintrag in das Siebenerbuch

 

Das Feldgeschworeneninstitut ist eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung. Seit rund 500 Jahren gibt es Feldgeschworene. Sie wirken bei der Kennzeichnung von Grenzen in der Örtlichkeit (Abmarkung) mit.
Bei ihrer Verpflichtung geloben die auf Lebenszeit gewählten Feldgeschworenen in einer Eidesformel Verfassungstreue, Unparteilichkeit und Verschwiegenheit. Von besonderer Bedeutung ist das "Siebenergeheimnis", eine von Gemeinde zu Gemeinde verschiedene, vor allem in Franken althergebrachte Methode festzustellen, ob Grenzzeichen in ihrer Lage unversehrt sind. Die modernen Vermessungsverfahren erlauben zwar eine zentimetergenaue Wiederherstellung von Grenzpunkten, das "Siebenergeheimnis" wird dennoch traditionsgemäß bewahrt.
Die Feldgeschworenen wirken bei der Abmarkung der Grundstücke durch die Vermessungsämter mit. Sie beschaffen und transportieren Grenzmarken und anderes notwendige Abmarkungsmaterial.
Wenn Grenzzeichen gefährdet oder beschädigt sind, können sie von den Feldgeschworenen unter bestimmten Voraussetzungen gesichert oder ausgewechselt werden.
Auf Anordnung des 1. Bürgermeisters werden von den Feldgeschworenen Grenzbegehungen durchgeführt. Zweck der Grenzbegehungen ist es, auf die Erhaltung und Sichtbarkeit der Grenzzeichen, insbesondere an den Gemeindegrenzen hinzuwirken.

 

 

Der erste Eintrag in das Siebenerbuch von Altenschönbach stammt aus dem Jahr 1772. Das Buch trägt die Handschriften aller Obmänner seit dieser Zeit. Leben und Tätigkeiten aus dem Siebenerleben sind hier aufgezeichnet, geschäftliche und gesellschaftliche Anlässe füllen die Seiten. Von Flurgängen ist zu lesen, von Grenzsteinsetzungen, Vermessungen, vom Scheiden der Alten und vom Eid der Jungen. Alles ist hier festgehalten, vom Eintritt in das Kollegium, von der Beteiligung an den verschiedenen Arbeiten und Leistungen, vom Todestag und dem Begräbnis.

 

Von 1772 - 1774 setzte man mit den Kirchschönbacher Feldgeschworenen Gemarkungssteine. Ausserdem teilte man nach Absprache mit den Dorfherren Flurnamen und Grundstücksnamen ein. Grundstücksverkäufe, Abmarkungen und die Bezahlung der dabei geleisteten Arbeiten fanden hier Eintrag.

 

Weiter ist 1786 vermerkt, dass das Holzfällen um Gemeinde- und Rechtlerwald überwacht wurde und Streitigkeiten hat man geschlichtet. An die Grundherren mussten Grunddienstbarkeiten geleistet werden. 1790 wurde die Lochmühle verkauft und vermessen. 1793 traf man sich am Bergbrünnlein mit den Ebersbrunner Siebenern und legte einen Grenzstein der Gemarkung fest. "1798 wurde in der Siegendorfer Gemarkung ein Landstein "in aller Güte" gesetzt, der vom damaligen Pfarrer gesegnet wurde", wie der Obmann von Altenschönbach berichtet.

 

1821 hat Löw Rosenthal sein Grundstück zum Nachbarn überbaut. Am 18. Mai 1901 führte man mit Pfarrer Förtsch, Hauptlehrer Firsching und dem Gemeinderat einen Flurgang durch. Ob er der erste war, ist nicht zu erkennen. Es ist nur durch Einträge von Jakob Kohles festzustellen, dass von 1935 - 1942 Flurgänge stattfanden. 

 

Desgleichen ist von einer ganz besonderen Aufgabe der Altenschönbacher Siebener die Rede, mämlich, dass man ihnen die Auswertung beim Schießen anvertraute.

 

1973 erging Anordnung des Flurbereinigungsamtes Würzburg zur Bereinigungsmaßnahme, die auf Wunsch der Altenschönbacher Vorstandschaft 1978 mit einer Dorferneuerung verknüpft wurde. Dadurch erhielt die Gemeinde Zuschüsse für Baumaßnahmen von 65 Prozent, die in unserer Gemeinde in viele nützliche Maßnahmen flossen. So z. B. in den Ausbau von Wirtschaftswegen, Dränagen, Umgehungsstraßen, Ausbau der Dorfstraßen mit Erstellung von Gehsteigen usw. 1978 wurde auch mit dem Bau der Fernwasserleitung und der örtlichen Kanalisation begonnen. Die Maßnahmen dauerten bis 1993. Der Abschluß wurde mit dem Setzen eines Gedenksteines im Schloßhof und einem Dorffest feierlich begangen. 

Um den Bedarf an Bauland in Altenschönbach zu decken, wurde deshalb 1997 das Siedlungsgebiet an der Kirchschönbacher Straße vermessen und in  Bauplätze aufgeteilt. 

Auch die Schulkinder werden mit ihrer Heimat, ihren Fluren, Bezeichnungen und Gemarkungsgrenzen vertraut gemacht. Alle fünf Jahre sind die Schüler mit den Siebenern zu einem Grenzgang unterwegs und zwar an einem Schultag, so dass vielleicht jedes Altenschönbacher Kind eimal mit dabei war. Wandern macht hungrig und durstig. Natürlich lässt man die Kinder auf diesem Ausflug nicht ohne leibliche Stärkung, deren Kosten die Gemeinde trägt. 

 

Text und Bild: Feldgeschworenenverband Kitzingen

 

Bildergalerie