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Das Rätsel um Kaspar Hauser, und die Verbindung nach Altenschönbach

Veröffentlicht am 12.12.2013

Die Verbindung nach Altenschönbach ergiebt sich aus den Nachforschungen von Kurt Kramer aus Ansbach und den Ausführungen in seinem Buch: 

"Kaspar Hauser - Kein Rätsel unserer Zeit"

...so sprach der ehemalige Wirt von einem Rottenmitglied Baptist, angeblich aus München. Mit ihm identisch sein dürfte der Herrschaftsdiener Friedrich Horn aus Bechhofen, einem Marktflecken südwestlich von Ansbach. Er war es, der Kaspar die berühmt-berüchtigte Einladung in den Hofgarten im Foyer des Appellationsgerichts übermittelt hat.

Dieser Horn, Jahrgang 1799, war von 1824 bis 1850 im Dienste des Grafen Karl von Spaur - allerdings mit einer Unterbrechung von anderthalb Jahren. Wo Horn sich in dieser Zeit herumgetrieben hat, ist unbekannt geblieben, was heißen soll, daß dies nicht exakt nachzuweisen ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach fiel dieses Nichtbeschäftigtsein beim Grafen von Spaur, der bayerischer Diplomat war und sicher nichts mit dem Hauser-Fall zu tun hatte, in die Zeit vom April 1832 bis Januar 1834. Seit April 1832 nämlich war von Spaur Geschäftsträger des bayerischen Königs beim Heiligen Stuhl in Rom. Dieses Amt bekleidete er, zuletzt als Gesandter, bis zum Jahre 1854. Feststeht nun, daß Horn sich nach der Mordtat in Ansbach sogleich nach Italien wandte. Anzunehmen, daß er erneut Diener des Grafen von Spaur wurde. Tatsache aber ist, und zwar aktenkundige, daß Horn im Dezember 1833, dem Attentatsmonat, in Ansbach und Umgebung war, und zwar als Beschäftigungsloser. Dies gilt gerade auch für die Nacht vor dem Messerangriff auf Hauser.

Wem wir dieses Wissen zu verdanken haben? Antwort: Horns späterer Frau, seinem damaligen Liebchen Johanna Katharina Cramer, Dienstmagd des Großbauern Blank in Sommersdorf, heute nach Burgoberbach eingemeindet - ein Dorf zwischen Ansbach und Markt Bechhofen. Einst hatte die Cramer ihrer Dienstherrin Blank ein Geständnis über ein Vorkommnis abgelegt, das die Magd nie vergessen konnte. Es betraf ihren Geliebten Horn und den Mordfall im Hofgarten. Die Großbäuerin Blank zu Sommersdorf im schönen Altmühltal konnte das Gehörte mit ihrem Gewissen auf die Dauer nicht vereinbaren und meldete ihr Wissen per Anzeige dem zuständigen Ansbacher Gericht. Dort aber kam dieser Hinweis in die Hände des Gerichtsassessors Meyer, Dr. jur., Julius mit Vornamen. Der aber ging, entgegen seiner Verpflichtung, dieser Anzeige nicht nach. Er kippte sie hinein in den Hauser'schen Aktenberg, wo sie auch vergraben blieb.

Doch noch einmal kurz zurück zu Horn alias Baptist, wie er sich als Rottenmitglied genannt hat. Nach dem Attentat im Hofgarten, verdrückte er sich also nach Italien, in den sonnigen Süden. Nach Rom. Dort rettete er während derrevolutionären Wirren von 1848 Seiner Heiligkeit Pius IX. das Leben, indem er ihn aus dem Vatikan heraushaute und in Sicherheit brachte. Dafür bekam Horn aus den Händen des Papstes eine silberne Medaille sowie die Bewilligung einer lebenslänglichen Rente in Höhe von 15 Gulden monatlich. 1850, wie gesagt, quittierte er dann den Dienst bei von Spaur, von dem er eine Pension von fünf Gulden im Monat erhielt. Mit zusammen 20 Gulden ließ es sich leben. Er legte sich aber nicht auf die faule Haut, sondern wurde Gastwirt bei Erlangen. Dies blieb er jedoch nicht lange, dann verdrückte er sich nach Altenschönbach im Mainfränkischen. 1861 starb er im Alter von 62 Jahren. Nach Dorfingers Schilderung war Horn stämmig, mittelgroß und hatte einen hellbraunen Schnurr- und Backenbart. Diese Beschreibung paßt auf Hausers Schilderung nach dem Attentat, auf das Signalement des Bestellers in den Hofgarten.


Die Angaben zu Friedrich Horn, wärend seines Aufenthaltes in Altenschönbach und seines Todes, sind in den Kirchenbüchern von Altenschönbach nach zu lesen.